GLÜCK AUF! Der Bergbau und das Weiße Gold, 26. März bis 18. Juni 2017

Es ist wohl die weltweit umfangreichste Sammlung von künstlerisch gestaltetem Porzellan aus dem 18. Jahrhundert, die sich thematisch dem Wirtschaftszweig Bergbau widmet. Die Exponate entstammen der Achim und Beate Middelschulte-Stiftung Bochum und wurden im Laufe mehrerer Jahrzehnte von Dr.-Ing. e. h. Bergassessor Dipl.-Kfm. Achim Middelschulte als Zeichen der Verbundenheit mit seinem Beruf zusammengetragen. Die Ausstellung  verdeutlicht, in welch hohem und umfassendem Maße der Bergbau als im 18. Jahrhundert technologisch führender Wirtschaftszweig das Porzellan in seinerzeit modernen und attraktiven Kunstäußerungen geprägt hat.

Ausgewählte Objekte der Ausstellung

Armband aus Silberstegen mit Perlenimitation  Kette bestehend aus 32 KatzenanhängernZwei Amulette mit dem Luftgott Schuh und der Göttin Hathor als Kuh und oberer Teil eines Miniaturmenits Gürtel aus 46 Kauri Schnecken Halskette aus blauen Fayence Perlen Mondsichel-Anhänger mit Uräusschlange und WeintraubenOhrring mit Delphinkopf

Ausgehend vom Bergbauland Sachsen mit seiner Porzellanmanufaktur Meissen wurden Figuren aus dem bergmännischen Milieu sowie Service und selbst Galanteriewaren mit Motiven aus dem bergmännischen Umfeld gestaltet. Der Wunsch des absolutistischen sächsisches Herrschers, sein Territorium als innovatives und kunstsinniges Land darzustellen, führte zu außerordentlichen Leistungen, die bald von anderen Fürstentümern des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation nachgeahmt wurden. So begannen auch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg mit seiner Manufaktur Fürstenberg und die Habsburger mit ihrer Wiener Manufaktur entsprechende bergmännische Figuren herzustellen, die den Meissener Vorbildern an Originalität und Qualität nicht nachstanden. Mit Recht wird man aber feststellen dürfen, dass das Königreich Sachsen und das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg – auch aufgrund ihrer hohen Bergbauproduktion im Erzgebirge und im Harz und der daraus entwickelten Wertschöpfung – die Mehrzahl der bergmännischen Porzellanobjekte geschaffen haben.

Andere Territorien, wie das Königreich Preußen, das Fürstbistum Würzburg und einzelne thüringische Manufakturen, schufen nur (allerdings bemerkenswerte) Einzelstücke innerhalb eines ansonsten reichen Oeuvres.
Das Knauf-Museum Iphofen präsentiert in der aufwändig gestalteten Sonderausstellung „GLÜCK AUF – Der Bergbau und das Weiße Gold, die Porzellansammlung Middelschulte“ rund 100 Exponate, die bislang nur im Deutschen Bergbau-Museum Bochum zu sehen waren. Sie bestechen durch ihre ausgesuchte Schönheit und Seltenheit – bisweilen sind die Ausformungen sogar nur als Einzelstück nachweisbar.

Sie sind kulturhistorisch bedeutsame Zeugnisse von den Beziehungen des Weißen Goldes zum Bergbau und zeichnen ein faszinierendes, bislang noch weitgehend unbekanntes Bild vom Erzbergbau des 18. Jahrhunderts. Es wird aber auch deutlich, dass ohne den sächsischen Erzbergbau und das Hüttenwesen der Werkstoff Porzellan nicht hätte entstehen können.


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Unser Kooperationspartner bei dieser Sonderausstellung:



Deutsches Bergbau-Museum Bochum